Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) Möglichkeiten unseres Zentrums:
  • umfangreiche Ursachensuche, vor allem im Bereich Stoffwechsel und Autoimmunerkrankungen
  • Lichttherapie für die gesamte Haut
  • 308 nm-Excimer-Laser/308 nm-Excimer-System
  • spezifische äußerliche Behandlung
  • Pigmentzelltransplantation "Haut zum Sprühen"
Deutscher Flyer des Internationalen Vitiligo-Zentrums (PDF-Datei)

Vitiligo - Neue Chancen für die Weißfleckenkrankheit


Aktuelle Übersicht zu Therapiemöglichkeiten
DermAllegra - Vitiligo-Zentrum
Pommelsbrunn/Hohenstadt, Nürnberger Land



Die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine seit dem Altertum bekannte Hauterkrankung mit Pigmentverlust in der Haut und Schleimhaut. Bei den Betroffenen enstehen weiße Flecken. Die Häufigkeit in der Weltpopulation wird mit etwa 1-2% geschätzt. Die Krankheit kann in jedem Alter unabhängig von Geschlecht und Hautfarbe beginnen. In etwa 50% der Fälle tritt die Erkrankung vor dem 20. Lebensjahr auf. Die Rolle der Vererbung der Erkrankung ist noch nicht endgültig geklärt. Jedoch ist eine familiäre Belastung relativ häufig (bis etwa 30% der Fälle).

Entstehung

Das Pigment Melanin, das der Haut die natürliche Farbe gibt, wird bei der Vitiligo nicht mehr produziert. Daraufhin entwickeln sich scharf begrenzte weiße Flecken auf der Haut, die nach Sonnenkontakt besonders auffallen, da sich durch die Sonne die gesunden Hautareale bräunen (pigmentieren) und die befallenen Stellen weiß (depigmentiert) bleiben. Die Erkrankung wird psychisch sehr belastend empfunden; häufig werden die Betroffenen von anderen Menschen auf ihre "Flecken" angesprochen, oder die Patienten vermuten, dass die "Umgebung" die weißen Flecken wahrnimmt.

Hinsichtlich der Entstehung der Erkrankung bestehen grundsätzlich 4 Theorien:

Enstehungstheorien für die Vitiligo
Autoimmunhypothese
Selbstzerstörungshypothese
Neuralhypothese
Kombination der oben genannten drei Hypothesen


Heute gilt eine fehlgeleitete Immunreaktion (Autoimmunhypothese) für die Entstehung der Vitiligo als sehr wahrscheinlich. Es kommt im Körper zur Bildung körpereigener Antikörper gegen die Pigmentzellen. Diese werden dadurch zerstört. Bei vielen Patienten weist man auch andere Autoantikörper (z.B. gegen Schilddrüsengewebe) nach. Die genaue Ursache der Bildung von Autoantikörpern ist bis heute unklar. Möglicherweise spielen unter anderem Infektionen dabei eine wichtige Rolle.

Für die Entstehung der Vitiligo könnte auch eine Fehlfunktion des Stoffwechsels (Selbstzerstörungshypothese) verantwortlich sein. Dabei besteht ein Ungleichgewicht von bestimmten Enzymen in den Pigmentzellen und "Abfallstoffen" der Pigmentbildung mit der Folge der Selbstzerstörung der Pigmentzellen.

Schließlich wird eine nervliche Ursache (Neuralhypothese) in Form einer derzeit nicht näher bezeichneten Substanz diskutiert, die von den Hautnerven abgegeben wird und die Pigmentzellen zerstört.

Oxidativer Stress: Der Zusammenbruch der Schutzsysteme gegen oxidativen Stress spielt auch bei der Entstehung der Vitiligo eine Rolle. Z.B. die Konzentration des reaktiven Sauerstoffmoleküls Wasserstoffperoxid (H2O2) steigt, die Menge des antioxidativen Enzyms Katalase sinkt.

Psychische Belastung und Stress können auch das Auftreten und Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen.

Auch Hautverletzungen sind als Auslöser bekannt.

Bestimmte Herz-/Blutdruck-Medikamente (z.B. Beta-Blocker und Calcium-Antagonisten) können als Provokationsfaktoren bei Vitiligo in Betracht kommen.

Außerdem gibt es zahlreiche Erkrankungen der inneren Organe oder Systemerkrankungen, bei denen die Vitiligo gleichzeitig vorkommen kann. Einige Beispiele: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), perniziöse Anämie (Blutmangel bei atrophischer Gastritis), Morbus Addison (eine Nebennierenrindenunterfunktion-bedingte hormonelle Erkrankung mit Überpigmentierung, eine Vitiligo kann dieser Erkrankung vorausgehen), Polyglanduläres Autoimmunsyndrom (immunvermittelte Zerstörung hormoneller Gewebe: es bestehen z.B. eine Nebennierenrindenunterfunktion, eine Zuckerkrankheit und eine Schilddrüsenimmunkrankheit, ebenfalls gehäuft ist das Vorkommen einer Nebenschilddrüsenunterfunktion und einer Hefepilzbesiedlung zusammen mit verschiedenen Autoimmunkrankheiten, eine Vitiligo kann als eine Krankheitskomponente dieses Syndroms vorkommen).

Klinisches Bild der Vitiligo

Häufig treten die weißen Flecken an Handrücken, Fingerrücken, Ellenbogen, Kniestreckseiten, Augenlidern und im Mundbereich symmetrisch auf. Außerdem kann jede Körperregion befallen werden (z.B. auch Fußrücken, Achselhöhlen, Leisten, Genitalbereich und Brustwarzen). An den befallenen Stellen können sich die Haare weiß verfärben. Selten kann eine Vitiligo auf einzelne Areale beschränkt bleiben.

Einteilung der Vitiligo
lokalisiert
generalisiert
universell (>80% der Körperoberfläche)


Wood-Licht Diagnosestellung
Die Diagnose wird anhand des klinischen Bildes und mit einer Wood-Lampen-Untersuchung gestellt. Ggf. kann eine Hautbiopsie hilfreich sein.

Folgende Therapien haben sich in den letzten Jahren besonders bewährt
  1. UVB 311 nm-Lichttherapie (Schmalband UVB, narrow band UVB): Diese UV-Lichttherapie gilt heute als Mittel der ersten Wahl. Die Behandlung wird über mehrere Monate durchgeführt.

  2. 308 nm-Excimer-Laser/308 nm-Excimer-System: Hier wird mit Licht der Wellenlänge von 308 nm behandelt. Die Therapie ist für einzelne und kleinflächigere Stellen sehr gut geeignet. Die gesunde Haut bleibt verschont.

  3. Weitere gezielte UVB-/IPL-Therapien: Micro-Phototherapie (schmalspektrum UVB mit fokussiertem Strahl) und IPL (Intense Pulsed Light) hochenergetische Blitzlampe 290-320 nm.

  4. Pigmentzelltransplantation mittels nicht-kultivierter epidermaler Suspension “Haut zum Sprühen“: Von den Transplantationsmöglichkeiten mittels nicht-kultivierter epidermaler Suspension, kultivierter autologer Melanozyten, Suction blister graft, Punch-grafting und Spalthauttransplantation hat sich in letzten Jahren das Verfahren mittels nicht-kultivierter epidermaler Suspension durchgesetzt.
    Bei diesem Verfahren wird eine 0,2 bis 0,3 mm dünne Hautschicht aus einem gesunden Areal in örtlicher Betäubung entnommen. Aus dem Hautstück werden sofort Pigmentzellen isoliert und zu einer Suspension vorbereitet. Parallel wird die oberste Hautschicht der zu behandelnden Vitiligostellen mit einem Erbium:YAG-Laser abgetragen. Im Anschluss wird die verarbeitete Zellsuspension auf diese Stellen und die Hautentnahmestelle appliziert. Nach Entfernung der Verbände erfolgt eine UVB 311 nm-Lichttherapie oder 308 nm Excimer-Therapie über einige Monate. Die Repigmentierung erfolgt in den folgenden Monaten.
    Die auf der Basis dieses Verfahrens in unserem Zentrum weiterentwickelte Transplantationstechnik ist vielversprechend.

    Haut zum Sprühen  Haut zum Sprühen  Haut zum Sprühen  Haut zum Sprühen
  5. Topische Immunmodulatoren (Calcineurin-Inhibitoren): Diese eigentlich für Neurodermitis zugelassenen Substanzen in Form einer Salbe und Creme (Tacrolimus und Pimecrolimus) zeigen besonders im Gesichts- und Halsbereich gute Effekte. Durch zusätzliche Verpackung zum Beispiel mit Frischhaltefolie wird versucht, die Wirkung auch in anderen Körperregionen zu steigern.Antioxidative Nahrungsergänzung

  6. Antioxidative Substanzen/Enzyme: Basierend auf den oxidativen Stress werden Gels unter Anderem mit antioxidativen Enzymen Superoxiddismutase (SOD) und Katalase auf die betroffenen Stellen appliziert. Zusätzlich kann eine Begleitbehandlung mittels antioxidativer Nahrungsergänzung unter Anderem mit Vitaminen, Ginkgo biloba und antioxidativen Enzymen erfolgen.

  7. Pseudokatalase Creme: Diese entsprechend den Untersuchungen über oxidativen Stress entwickelte Creme wird insbesondere in Kombination mit UVB 311 nm-Licht verwendet.

Zusätzlich zu den oben genannten Methoden kommen Camouflageverfahren (Make up) und Selbstbräuner als unterstützende Maßnahmen zur Anwendung. Ein guter Sonnenschutz (UVA/UVB) mit entsprechenden Sonnenschutzmitteln ist erforderlich.

Für eine erfolgreiche Therapie ist ein effektives Vitiligo-Management die Voraussetzung. Darüber hinaus kann die Mitgliedschaft in einer Vitiligo-Selbsthilfegruppe sehr hilfreich sein.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auch unter:
Vitiligo Ratgeber (PDF-Datei)
www.vitiligo-verein.de Deutscher Vitiligo Verein e.V. Hamburg
www.vitiligo-bund.de Deutscher Vitiligo-Bund e.V.

TV-Bericht des ZDF - Vitiligo: Haut zum Sprühen
TV-Bericht des WDR - Vitiligo: Haut zum Sprühen
TV-Bericht des BR - Vitiligo: Wenn die Haut weiße Flecken bekommt

Dr. (Univ. Istanbul) Raul Yaguboglu
Prof. Dr. med. Ulrich Amon

Hautarztpraxis DermAllegra
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91224 Pommelsbrunn/Hohenstadt
Metropolregion Nürnberg

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