Einheimische Sprue und Zöliakie

Die (einheimische) Sprue wird bei entsprechender erblicher Veranlagung durch den Genuss glutenhaltiger Speisen ausgelöst. Das in Weizen, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer und Kamut enthaltene Klebereiweiss Gluten (Gliadin) und ähnliche Eiweißkörper in Roggen, Gerste und Hafer führen zu einer Schädigung der Dünndarmschleichmhaut. Dadurch wird die Funktion des Dünndarms stark beeinträchtigt, die Aufnahme von Nährstoffen wird gestört. Die Erkrankung tritt häufig bereits im Kindesalter auf und wird dann Zöliakie genannt. Heute wissen wir, dass die Sprue auch erst im höheren Lebensalter auftreten kann. Hier dauert es oft Jahre bis Jahrzehnte, bis die Diagnose gestellt wird.

Hinweise auf eine einheimische Sprue bzw. Zöliakie können folgende Beschwerden geben:
  • häufige Durchfälle
  • chronische allgemeine Verdauungsbeschwerden z.B. unregelmäßiger Stuhlgang mit abwechselnd Verstopfung und Durchfall, Blähungen, Völlegefühl
  • allgemeine Abgeschlagenheit, chronische Müdigkeit
  • Knochenschmerzen
  • Wachstumsstörungen
  • schweres Krankheitsgefühl ohne erkennbare Ursache
Neueste Erkenntnisse gehen davon aus, dass möglicherweise 0,5 Prozent der Bevölkerung von einer Sprue betroffen sind.
Nicht erkannte oder unzureichend behandelte Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Dünndarmkrebs, Osteoporose, Epilepsie und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.

Therapie:
Bei einer gesicherten Diagnose ist die glutenfreie Ernährung die einzig mögliche Therapie. Diese bedarf einer umfangreichen Beratung. Für Betroffene reicht es nicht aus, glutenfreie und glutenhaltige Grundnahrungsmittel zu kennen. Kenntnisse über das Lebensmittelrecht, Lebensmittelkunde und die Besonderheiten bei der Produktion und Sicherheit von glutenfreien Getreideprodukten sind erforderlich.

Bei konsequentem Einhalten der strikt glutenfreien Diät sind die Betroffen gesund.

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